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Büdchen, Beats und Bergbau-Mode – Urban Lifestyle made im Ruhrgebiet #1

Kategorien: Über Tage

Der Klümpkes-König

Nirgendwo sonst in Deutschland treffen so viele unterschiedliche Charaktere auf so engem Raum aufeinander wie im Ruhrgebiet. Sie machen die Region zu dem, was sie ist: pulsierend, vielseitig und immer in Bewegung. In unserer Serie stellen wir euch vier von ihnen vor.

„Das Übliche?“, fragt Sercan Kilic, während seine Hand zum Kühlschrank mit den Getränken greift. Schnell tauschen Getränkedosen und Geld den Besitzer. Wenige Augenblicke später ist der Kunde schon wieder verschwunden. Vor sieben Jahren hat Sercan den Kiosk am Friedrichsplatz in Duisburg von seinem Bruder übernommen. Seitdem steht er fast rund um die Uhr hinter dem Kioskfenster mit der roten Markise und liest seinen Kunden jeden Wunsch von den Augen ab.

Zu Zeiten der Industrialisierung, als die Trinkhallen vor allem Anlaufstelle für durstige Bergarbeiter auf dem Heimweg von der Maloche waren, war Mineralwasser noch der Kassenschlager Nummer eins. Heute macht Sercan den Großteil seines Umsatzes mit dem Verkauf von Tabakwaren. „Leider werden die Margen aber immer geringer“, bedauert er. Um überleben zu können, hält der Kioskbesitzer deshalb immer Ausschau nach den besten Angeboten und übernimmt alle anfallenden Aufgaben selbst – sogar das Schleppen der schweren Getränkekisten.

Ein Treffpunkt für das ganze Viertel

Zeit zum Verschnaufen bleibt kaum: Zu groß ist die Konkurrenz von Tankstellenshops und Billigsupermärkten, die bis spät in die Nacht geöffnet haben. Als vor einigen Jahren eine große Supermarktfiliale direkt gegenüber eröffnete, fürchtete Sercan Kilic sogar um seine Existenz. Doch die Kunden blieben. Dass sie hier für Bier, Kaffee oder Süßkram tiefer in die Tasche greifen müssen als im Supermarkt, nehmen die meisten von ihnen gerne in Kauf. Für viele ist der Kiosk eben mehr als nur eine Verkaufsstätte. „Einige Nachbarn kommen jeden Tag zum Plaudern auf einen Kaffee vorbei“, sagt der Duisburger. „Der Kiosk ist ein Treffpunkt für das ganze Viertel. Und für mich ist er mein Zuhause.“

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